Als am weitesten entwickelte Industrienation des afrikanischen Kontinents ist der Staat auch Wirtschaftsmotor für das Südliche Afrika. Zu den Standortvorteilen gehören neben der breit aufgestellten industriellen Basis auch die im afrikanischen Vergleich gute Infrastruktur, stabile Demokratie und starke Institutionen. Traditionell spielt in Südafrika aufgrund der reichen Rohstoffvorkommen der Bergbausektor eine tragende Rolle und das Land ist ein wichtiger Lieferant für kritische Rohstoffe. Südafrika verfügt über mehr als 50 mineralische Rohstoffe und die weltweit größten Vorkommen an Gold und Platinmetallen. Der Staat diversifiziert jedoch seine Wirtschaft, um sich zukunftsorientierter aufzustellen und spielt mittlerweile auch in weiteren Branchen eine bedeutende Rolle. Für baden-württembergische Unternehmen eröffnen sich vielseitige Möglichkeiten für den Markteinstieg.
Enormes Potenzial für Erneuerbare Energien
Südafrika bietet ideale Ausgangsvoraussetzungen für die Gewinnung Erneuerbarer Energien - vor allem in den Feldern Solarenergie, Wasserkraft und grüner Wasserstoff. Allein im Bereich Solarenergie trägt Südafrika 60 Prozent der weltweit besten Ressourcen. Die Gewinnung von grünem Wasserstoff wird durch die bereits vorhandene gute Infrastruktur und das breite Know-how begünstigt. Um das Potenzial für Erneuerbare Energien weiter auszuschöpfen und große Investitionen zu bewegen, kündigten die EU und Südafrika im November 2024 die gemeinsame Kampagne „Scaling Up Renewables in Africa“ an. Diese umfasst ein Unterstützungspaket von 15,5 Milliarden Euro für Kooperationsprojekte und erleichtert südwestdeutschen Firmen den Marktzugang. Im Rahmen des Programms setzen beide Regionen sowohl auf private als auch staatliche und internationale Organisationen. Zwischen Deutschland und Südafrika gibt es zudem eine „Just Energy Transition Partnership“ (JETP), die Partnerschaften zwischen beiden Märkten fördert und auf den privaten Sektor fokussiert.
Die Automobilindustrie richtet ihre Zukunft elektrisch aus
Südafrika ist der nach Marokko zweitgrößte Automobilbauer Afrikas, und der dortige Sektor mit einer Produktion von rund 600.000 Fahrzeugen (2024) ist stark auf Export ausgerichtet. Zwei Drittel aller Autos werden für den Export produziert. Deutschland hat sich als verlässlicher Partner in der Branche etabliert und ist sowohl der größte Abnehmer Europas für Kfz-Fahrzeuge als auch der wichtigste Lieferant für benötigte Komponenten. Mercedes-Benz beispielsweise ist seit Jahrzehnten mit einer eigenen Produktionsstätte am südafrikanischen Ostkap tätig. Südafrika setzt wie Baden-Württemberg einen verstärkten Fokus auf Elektromobilität, was neue Möglichkeiten eröffnet. So kündigte die Regierung 2023 ein „Electric Vehicles White Paper“ an, das verschiedene Maßnahmen zur Förderung der E-Mobilität enthält, die ab 2026 umgesetzt werden sollen. Zu den Zielen des Programms gehören die Erhöhung von Investitionen in die lokale Herstellung, zollfreie Exporte, steuerliche Anreize für die Forschung sowie der Aufbau einer eigenen Batterieproduktion. Im letzteren Feld stehen die Chancen in Südafrika sehr gut, da die für Batterien benötigten Mineralien im Land in großem Maß vorhanden sind.