Die erste große Asienreise von Bundeskanzler Friedrich Merz führte ihn nach Indien. Vom 11. bis 13. Januar 2026 war er mit einer starken Wirtschaftsdelegation vor Ort und sandte damit diplomatisch ein deutliches Zeichen an die mittlerweile fünftgrößte Wirtschaftsnation der Welt. „Das hochdynamische Indien und das technologisch führende Land Deutschland, wir teilen wesentliche Interessen“, sagte Merz während der Reise.
Indien ist die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt und eröffnet auch als Gegengewicht zu China Unternehmen aus Deutschland und Baden-Württemberg attraktive Perspektiven. Mit einem Wachstum von 6,5 Prozent im Finanzjahr 2024/2025 gewinnt der indische Markt weiter an Dynamik. Gleichzeitig verhandeln die Europäische Union und Indien seit Längerem über ein Freihandelsabkommen, dessen Abschluss für dieses Jahr angestrebt wird.
Global Player aus Baden-Württemberg wie Mercedes-Benz, Bosch oder Carl Zeiss haben das Potenzial Indiens frühzeitig erkannt und sind zum Teil seit über 100 Jahren (Bosch) mit eigenen Produktionsstätten sowie Forschungs- und Entwicklungszentren im Land vertreten. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Staaten belief sich 2024 auf über 4,2 Milliarden Euro. Indien entwickelt sich rasant, und auch für kleine und mittlere Unternehmen aus dem deutschen Südwesten bietet sich ein Einstieg in diesen Markt an.
Südindien: Innovationsmotor mit enormem Wachstumspotenzial
Südindien gehört zu den bedeutendsten Wirtschaftsregionen Indiens und Asiens. Die Bundesstaaten Tamil Nadu und Karnataka mit ihren Metropolen Chennai und Bengaluru vereinen rund 133 Millionen Einwohner und verzeichnen im Vergleich zu anderen Landesteilen überdurchschnittliche Wachstumsraten.
Ob Hightech oder klassische Industrie – Südindien überzeugt durch ausgeprägten Innovationsgeist und unternehmerische Stärke. Für deutsche Unternehmen, die neue Absatzmärkte erschließen oder technologische Partnerschaften aufbauen möchten, bietet die Region ein äußerst attraktives Umfeld für nachhaltiges Wachstum.
Getragen wird diese Entwicklung von starken Schlüsselbranchen wie IT und Elektronik, Automobilindustrie, Maschinenbau, Erneuerbaren Energien sowie Infrastruktur. Städte wie Bengaluru – oft als indisches Silicon Valley bezeichnet –, Chennai und Coimbatore haben sich zu wichtigen Innovationszentren entwickelt und ziehen sowohl Start-ups als auch internationale Unternehmen an. Besonders die IT- und Softwarebranche wächst rasant, mit Schwerpunkten in Künstlicher Intelligenz, Softwareentwicklung und Biotechnologie. Enge Kooperationen zwischen Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen sowie steigende Investitionen in Forschung und Entwicklung beschleunigen die Entstehung neuer Technologien zusätzlich.
Indiens Start-up-Ökosystem zählt zu den wichtigsten Wachstumstreibern des Landes. Metropolen wie Bengaluru und Hyderabad haben sich zu pulsierenden Zentren für Neugründungen entwickelt. Getragen wird dieser Erfolg von starken Netzwerken aus Alumni renommierter Hochschulen wie dem Indian Institute of Technology sowie von erfahrenen Fachkräften, die zuvor bei führenden nationalen und internationalen Unternehmen tätig waren.
Chancen für baden-württembergische Unternehmen
Unternehmen aus Baden-Württemberg profitieren in Indien zunehmend von der steigenden Nachfrage nach hochwertigen Produkten, innovativen Technologien und nachhaltigen Lösungen. Der indische Markt eröffnet attraktive Perspektiven für strategische Partnerschaften sowie für den Ausbau bestehender und neuer Geschäftsaktivitäten.
Ein Beispiel dafür ist die LAUDA DR. R. WOBSER GMBH & CO. KG. Dr. Gunther Wobser, CEO und Präsident des Weltmarktführers für präzise Temperiergeräte und Temperatur-Kontrollsysteme aus Lauda-Königshofen, nahm 2025 an einer Delegationsreise nach Indien unter der Leitung von Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut teil und konnte dort ein tragfähiges Netzwerk aufbauen sowie wertvolle Impulse gewinnen. Diese Erfahrungen bestärkten ihn schließlich in der Entscheidung, eine eigene Repräsentanz in Pune zu eröffnen.