Für Firmen aus dem deutschen Südwesten mit Interesse am US-Markt war 2025 ein herausforderndes Jahr: Die Schlagzeilen dominierten Meldungen zu Zollerhöhungen und regulatorischen Hindernissen. Für viele Unternehmen stellte sich die Frage, inwieweit ein Markteinstieg noch erfolgreich gelingen kann. Sven Thorsten Potthoff, Baden-Württembergs Wirtschaftsrepräsentant für die USA, ist überzeugt, dass es sich nach wie vor lohnt, sich mit den USA zu beschäftigen:
Der KI-Hype und seine Folgen
Insbesondere Unternehmen, die die neuesten Tech-Innovationen nicht verpassen möchten, müssen das Silicon Valley als weltweit führende Innovationshochburg im Blick behalten. Aktuell wird dort ein Thema über alle Branchen hinweg großgeschrieben: Künstliche Intelligenz. Laut Potthoff konzentrieren sich Investitionen zunehmend auf die digitale Transformation, und an der US-Westküste ist ein regelrechter KI-Boom entstanden. Mitte 2025 wurden in den Vereinigten Staaten 7.000 KI-Start-ups gezählt, und Tech-Konzerne wie Amazon, Google und Meta investierten im selben Jahr fast 400 Milliarden US-Dollar in die KI-Infrastruktur sowie Rechenzentren. Diese Dynamik sorgt für viel Optimismus – auch bei deutschen Firmen, die sich auf das Feld einlassen.
Auf der diesjährigen CES in Las Vegas, der weltweit führenden Tech-Messe, stand alles unter dem Motto „AI everywhere.“ Potthoff hat die Austauschplattform besucht, um sich einen Überblick über die neuesten Trends zu verschaffen. Im Mittelpunkt stand vor allem der Bereich Physical AI, worunter die Verschmelzung von KI und physischer Robotik sowie Automatisierung verstanden wird.
„Diese Technologie ermöglicht es, KI nicht nur in Softwarelösungen, sondern auch in physischen Produkten und Maschinen zu integrieren. Und das ist gerade für Unternehmen aus Baden-Württemberg, einer Region, die für ihre starke industrielle Basis und Innovationskraft bekannt ist, von enormer Chance. Wir bringen unsere Stärke in Maschinenbau und der Produktion ein, während die USA weiterhin führend bei Software und digitalen Innovationen sind. Diese Kombination könnte in den nächsten Jahren zunehmend echte Durchbrüche bringen", betont der Wirtschaftsrepräsentant, der auch die AHK USA – San Francisco leitet. Zu den amerikanischen Top-Playern in dem Feld gehört der Tech-Gigant Nvidia, der u.a. eine Plattform zur Simulation von Robotik-Trainingsumgebungen entwickelt hat, auf der andere Firmen der Branche aufbauen können. Auch Amazon nimmt eine Vorreiterrolle ein und arbeitet bereits mit Lagerrobotern sowie autonomen Förderfahrzeugen.
Eng damit verknüpft und auf der Messe ebenfalls stark präsent ist das Thema Edge-Computing. Durch den Wechsel von Cloud- zu Edge-Computing findet die Datenverarbeitung immer mehr an Endgeräten statt, wodurch Prozesse schneller und effizienter ausgeführt werden können. Auf der CES demonstrierten zahlreiche Beispiele den Erfolg von Edge-Systemen - von sehr schnellen Spracherkennungstools bis hin zu Geräten, die nahtlos miteinander kommunizieren. Autonome Fahrzeuge verbessern durch solche Tools ihre Navigationssysteme.