© KT759-adobe.stock.com

LAUDA setzt auf die Markterkundung mit BW_i

Dr. Gunther Wobser, Geschäftsführender Gesellschafter von LAUDA DR. R. WOBSER GMBH & CO. KG, berichtet im Interview von seinen Erfahrungen mit den von BW_i organisierten Delegationsreisen in Länder wie Indien und die USA und dem konkreten Mehrwert, den diese Reisen für Unternehmen wie LAUDA bringen.

LAUDA ist mit rund 570 Mitarbeitenden, 100 Millionen Euro Umsatz sowie zwölf Auslandsgesellschaften der weltweit führende Hersteller von innovativen Temperiergeräten und -anlagen für Forschung, Anwendungstechnik und Produktion. Durch über 70 Jahre Erfahrung gewährleistet das Familienunternehmen mit Sitz in Lauda-Königshofen seinen mehr als 10.000 Kunden weltweit als einzige Firma  die exakte Temperatur über die gesamte Wertschöpfungskette.

„Internationalisierung ist für uns essenziell,“ hebt der Geschäftsführende Gesellschafter Dr. Gunther Wobser hervor und ergänzt weiter: „Seit 2005 haben wir unsere internationale Präsenz systematisch ausgebaut – von der ersten Auslandsgesellschaft in Frankreich über Niederlassungen in den USA, China, Lateinamerika bis hin zur jüngsten Gründung in Indien 2025. Rund die Hälfte unseres Umsatzes erwirtschaften wir mit unseren eigenen Tochtergesellschaften. Als Weltmarktführer sind wir ein zuverlässiger Partner in den Bereichen Chemie, Pharma/Biotech, Halbleiter, Medizintechnik sowie in wichtigen Zukunftsbranchen wie Elektromobilität und Wasserstoff.“

Um diese globale Präsenz weiter zu stärken, nutzt LAUDA gezielt das Netzwerk und die Expertise von BW_i bei internationalen Markterkundungen. Im Interview erläutert Dr. Wobser, warum Delegationsreisen für ihn heute ein unverzichtbares strategisches Instrument sind.

Wie sind Sie auf die Delegationsreisen von BW_i (insb. Indien) aufmerksam geworden?

Dr. Gunther Wobser: Ich hatte zuvor Auslandsreisen stets eigenständig organisiert und durchgeführt – Delegationsreisen waren für mich zunächst kein Thema. Das änderte sich durch persönliche Einladungen des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, wobei der Kontakt und Austausch mit Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut eine wichtige Rolle spielte. Durch ihre direkte Ansprache wurde ich auf die Möglichkeit aufmerksam, an hochrangigen Wirtschaftsdelegationen teilzunehmen.

 

Was hat Sie motiviert, an der Reise nach Indien im Februar 2025 teilzunehmen? Welche Ausbaumöglichkeiten bietet der indische Markt für LAUDA?

Dr. Gunther Wobser: Die Dynamik des indischen Marktes und das prognostizierte Wirtschaftswachstum von rund sieben Prozent waren ausschlaggebend für meine Teilnahme. Indien ist mit über 1,4 Milliarden Menschen bekanntlich das bevölkerungsreichste Land der Erde und bietet großartige Ausbaumöglichkeiten für LAUDA in den Bereichen Automotive, Halbleiter und Pharma. Wir sind bereits mit unserem langjährigen Partner Sawant Process Solutions in Indien sehr erfolgreich in der Chemie- und Biopharmaindustrie und wollen unsere Aktivitäten in weiteren Industrien gezielt ausbauen. Die hohe Anzahl qualifizierter Fachkräfte und die dynamische Entwicklung indischer Unternehmen zeigen das enorme Potenzial für starkes Wachstum.

 

Wie haben Sie die Organisation und Betreuung durch BW_i erlebt?

Dr. Gunther Wobser: Die Organisation und Betreuung durch BW_i war professionell und sehr gut strukturiert. Das Programm war straff getaktet und kompakt, dennoch blieben durch Empfänge und verkehrsbedingt lange Transferzeiten ausreichend Raum für wertvolle Gespräche und Netzwerken. Frau Dr. Hoffmeister-Kraut sorgte für den Zusammenhalt der Gruppe und ermöglichte Zugang zu hochrangigen Gesprächspartnern. Das Team des Wirtschaftsministeriums und von BW_i sorgte für einen reibungslosen Ablauf der gesamten Reise.

 

Welche für Sie wichtigen Unternehmen/ Netzwerke wurden während der Reise besucht?

Dr. Gunther Wobser: In Indien besuchten wir führende Industrieunternehmen wie JBM Group, Bucher Hydraulics, Siemens, Bharat Forge und Marquardt. Diese Unternehmensbesuche zeigten das große Potenzial für Technologiepartnerschaften und lieferten wertvolle Einblicke in die indische Fertigungslandschaft. Den krönenden Abschluss bildete das Weinfest „Stuttgart meets Mumbai" in seiner bereits 21. Ausgabe, bei dem ich neue Beziehungen zu indischen Partnern aufbauen konnte. Darüber hinaus habe ich indische Geschäftsfreunde eingeladen und der Ministerin vorgestellt. Während der USA-Delegationsreise im November 2025 öffneten sich Türen zu Unternehmen wie Lockheed Martin, Northrop Grumman und der University of Central Florida – Kontakte, die für einzelne Personen verschlossen wären.

 

Was hat Sie an der Indien-Reise am meisten beeindruckt? 

Dr. Gunther Wobser: Die verbindlichen, tiefgründigen Gespräche in gutem Englisch haben mich außerordentlich beeindruckt. Unsere Gesprächspartner traten selbstbewusst auf und hatten ein klares, ehrgeiziges Zukunftsbild. Die Begeisterung für Deutschland war oft spürbar. Die exzellente akademische Ausbildung und die moderne Infrastruktur bei deutschen Firmen wie Siemens mit einer eigenen, bestens ausgestatteten Ausbildungswerkstatt zeigten mit Möglichkeiten auf. Bei der USA-Reise beeindruckten mich die Offenheit der Aerospace-Industrie und die außergewöhnliche Bereitschaft zur Kooperation, obwohl die Amerikaner genau wissen, dass Deutschland erheblich in Verteidigung investieren wird.

Was ist für Sie der größte Mehrwert der von BW_i organisierten Delegationsreisen, nachdem Sie nun auch an der Reise mit in die USA teilgenommen haben, und welche konkreten Ergebnisse haben Sie aus beiden Reisen mitgenommen?

Dr. Gunther Wobser: Der größte Mehrwert liegt im Zugang zu normalerweise verschlossenen Türen bei führenden Unternehmen, Botschaften und politischen Netzwerken. Diese Reisen sind keine direkten Verkaufsgespräche, liefern aber entscheidende Informationen darüber, wohin sich Wirtschaftszweige entwickeln. Dies unterstützt LAUDA z. B. dabei, sich bei langfristigen Entwicklungsprojekten frühzeitig auf zukünftige Anforderungen vorzubereiten. Konkret führte die Indien-Reise zur Gründung unserer Vertriebsgesellschaft Degree LAUDA Precision in Pune im November 2025 in einem Joint Venture mit unserem Vertriebspartner Sawant Process Solutions. Die USA-Reise stärkte unsere Position im Aerospace-Sektor, wo wir bereits namhafte Kunden wie Thales, SpaceX, Honeywell Aerospace Technologies und L3Harris Technologies beliefern. Beide Reisen steigerten die Markenbekanntheit von LAUDA und ermöglichten den Aufbau wichtiger Netzwerke zu Botschaften, Verbänden und staatlichen Institutionen.

 

Hat die Reise nach Indien dazu beigetragen, dass die Repräsentanz in Pune reibungsloser eröffnet werden konnte? Wenn ja, durch welche konkrete Unterstützung von BW_i?

Dr. Gunther Wobser: Die Delegationsreise nach Indien trug erheblich zur erfolgreichen Eröffnung bei. Durch die neuen Eindrücke und die Rundreise evaluierten wir die Standortfrage bei LAUDA nochmals und revidierten unsere ursprüngliche Planung – geplant war zunächst Bangalore, letztlich wurde es Pune. Die während der Delegationsreise geknüpften Kontakte und das aufgebaute Netzwerk halfen beim konkreten Gründungsprozess weiter. Die zehnjährige Landespartnerschaft Baden-Württembergs mit dem Bundesstaat Maharashtra ist ein gutes Omen für unseren Markteintritt.

 

Würden Sie die Teilnahme an unseren Angeboten anderen Unternehmen aus Baden-Württemberg empfehlen?

Dr. Gunther Wobser: Ich empfehle die Teilnahme an Delegationsreisen von BW_i jedem mittelständischen Unternehmen aus Baden-Württemberg. Diese Reisen ermöglichen Einblicke für die Zukunftsgestaltung des eigenen Unternehmens und öffnen Türen, die im Alleingang verschlossen blieben. Der Austausch mit anderen Teilnehmenden, die Nähe zu politischen Entscheidungsträgern und die professionelle Organisation rechtfertigen den zeitlichen und finanziellen Aufwand. Gerade für die Erschließung neuer internationaler Märkte sind gezielte Delegationsreisen ein nützliches Instrument. Wer allerdings hauptsächlich auf konkrete Aufträge hofft, sollte von seiner Teilnahme absehen.

 

Planen Sie, an weiteren Delegationsreisen bzw. Angeboten von BW_i teilzunehmen? Wenn ja, warum?

Dr. Gunther Wobser: Ich bin definitiv bereit, an weiteren Delegationsreisen teilzunehmen, auch wenn für mich aktuell noch keine konkreten Termine feststehen. Märkte wie Brasilien oder ganz Lateinamerika sind als einzelner Unternehmer aufwändig zu erschließen und bieten großes Potenzial für LAUDA. In Brasilien haben wir bereits eine eigene Vertriebsgesellschaft. Die bisherigen drei Delegationsreisen nach Indien und zweimal in die USA haben sich als äußerst nützlich erwiesen – sowohl zur Kontaktanbahnung als auch für strategische Markteinschätzungen. Deutschland und Baden-Württemberg müssen selbstbewusst und geschlossen auftreten, um von internationalen Partnern weiterhin ernst genommen zu werden – mit Unternehmenden besetzte Delegationsreisen sind dafür das ideale Format.

Cornelia Frank

Leiterin der Abteilung Internationalisierung & Ansiedlung

Empfohlene Artikel

Slider überspringen.