Japan ist nicht nur ein wichtiger Handelspartner für Deutschland und die EU, sondern auch ein strategischer Verbündeter im indopazifischen Raum, mit dem die Zusammenarbeit auf verschiedenen Gebieten intensiviert wird. So hat die Europäische Kommission kürzlich mitgeteilt, dass die EU und Japan ihre Kooperation in den Bereichen Forschung, Plattformregulierung und digitale Infrastruktur insbesondere in den Bereichen KI, Daten, Quanten und Chips stärken wollen. Ziel ist es, diese Zusammenarbeit zu beschleunigen und dabei zugleich konkrete Vorteile u.a. für Unternehmen zu schaffen.
Auch für Baden-Württemberg ist Japan ein relevanter Partner bei den oben genannten Zukunftstechnologien. Vor diesem Hintergrund war BW_i vom 13. bis 17. April 2026 mit einer Expertendelegation aus dem baden-württembergischen Hightech-Ökosystem, darunter Cyber Valley, NVision Imaging Technologies sowie Messe Stuttgart, im Rahmen einer Baden-Württemberg Roadshow in Japan unterwegs und hat den deutschen Südwesten gezielt als europäischen Hub für Hochtechnologie und industrielle Anwendungen im japanischen Innovationsumfeld sichtbar gemacht. Dabei wurden unterschiedliche Perspektiven aus Forschung, Technologieentwicklung und industrieller Anwendung in den Dialog mit Akteuren aus Japan eingebracht.
Die Reise war eng an die NexTech Week Tokyo angebunden und kombinierte Messebesuch, Unternehmens- und Institutsbesuche sowie Fachdialoge in den Innovationsregionen Tokio, Yokohama und Ibaraki. Das Ergebnis war ein kompaktes Format, das Standortvermarktung, Technologiebeobachtung und strategischen Netzwerkausbau miteinander verband.
Klares Ziel: Sichtbarkeit, Austausch und Anbahnung
Im Mittelpunkt standen zum einen die Stärkung und internationale Wahrnehmung des Innovationsstandorts Baden-Württemberg sowie der direkte Austausch über technologische Entwicklungen und mögliche zukünftige Kooperationen.
BW_i hat das Innovationsökosystem Baden-Württembergs entlang zentraler Stärken – von mittelständischen Technologieunternehmen über Cluster und Netzwerke bis hin zu Forschungseinrichtungen und Initiativen wie QuantumBW und der KI-Allianz Baden-Württemberg – sichtbar gemacht. In zahlreichen Gesprächen wurden erste Anknüpfungspunkte für mögliche gemeinsame Projekte und vertiefende Zusammenarbeit identifiziert.
Dabei wurde Baden-Württemberg von den japanischen Gesprächspartnern als technologisch starker und gut vernetzter Innovationsstandort in Europa eingeschätzt, der vor allem für industrielle Anwendungen und Forschungskooperationen relevant ist.
Fokus auf Schlüsseltechnologien: KI und Quantentechnologie
Ein klarer Schwerpunkt der Roadshow lag auf Künstlicher Intelligenz und Quantentechnologie und damit auf zwei Bereichen mit hoher Dynamik im japanischen Markt. Für viele Unternehmen gewinnt Japan zunehmend an Bedeutung als Referenzmarkt für technologische Entwicklungen – insbesondere in den Bereichen KI, Halbleitertechnik, Automatisierung und Robotik, wie die Studie „German Business in Japan 2026“, herausgegeben von der AHK Japan in Kooperation mit KPMG, die heute erschienen ist, belegt. Aus der Studie geht außerdem hervor, dass 65 Prozent der in Japan tätigen deutschen Unternehmen, die an der Studie teilgenommen haben, davon ausgehen, dass Japan eine weltweit führende Rolle in den besagten Technologien einnehmen wird.
KI entwickelt sich in Japan zunehmend in Richtung industrieller Anwendungen (Physical AI) und wird breit in Robotik, Produktion und Logistik eingesetzt. Parallel dazu entsteht eine zunehmend industrialisierte Quantenlandschaft mit Fokus auf hybride Systeme, Quantenkommunikation und die Integration in bestehende Hochleistungsrechner-Architekturen. Für Baden-Württemberg ergaben sich hier konkrete Lern- und Anknüpfungspunkte rund um industrielle KI-Anwendungen, Deep-Tech-Forschung und High-Performance-Computing.
„Der Transfer von der KI-Forschung in die reale Anwendung ist eines unserer wichtigsten Ziele. Entscheidend dafür sind internationale Programme, wie z.B. Valley and Sunrise mit unserem Partner UTokyo IPC. Im Zentrum dieser Reise stand der weitere Aufbau vertrauensvoller Partnerschaften mit Forschungseinrichtungen, Unternehmen und öffentlichen Akteuren in Japan“, betont Angelina Jukic, Program Manager, Cyber Valley GmbH.
Und Dr. Antje Rottner, Funding & Research Partnerships Lead, NVision Imaging Technologies GmbH, ergänzt: