Karlsruher Gründer entdecken neues Geschäftsmodell in Japan

avorne GmbH

Das junge Start-up erkundete #erfolgreichmitbwi und mit Start-up BW den japanischen Markt und entwickelte sein Geschäftsmodell gezielt weiter.

Was 2023 mit einem persönlichen Wunsch an einem Shinto-Schrein in Osaka begann, wurde zwei Jahre später zu einem der wichtigsten Meilensteine eines jungen Tech-Unternehmens aus Baden-Württemberg. Das Karlsruher Start-up avorne GmbH, gegründet von Christoph Nguyen (CEO) und Julian Wright (CTO), hat ein vollautomatisiertes Online-Marketing-System entwickelt, das sämtliche Online-Marketing-Prozesse ohne Programmierung abbildet. Die Lösung ist konsequent leadbasiert, lässt sich intuitiv per Sprache oder Chat steuern und ermöglicht es Unternehmen, neue Branchen, Zielgruppen und Märkte effizient zu erschließen.

Im Rahmen der Markterkundungsreise „Start-up BW goes Japan 2025“ im Mai 2025 machte avorne entscheidende Schritte in Richtung Internationalisierung – und identifizierte dabei ein neues, zukunftsweisendes Geschäftsmodell.

Von Karlsruhe nach Tokio

Mit der Vision, Online-Marketing vollständig zu automatisieren, traten Christoph Nguyen und Julian Wright im Jahr 2024 in den Accelerator CyberLab Karlsruhe ein. Dort entwickelten sie gemeinsam mit Mentorinnen und Mentoren ein skalierbares Produkt und schärften die strategische Ausrichtung ihres Unternehmens. Im März 2025 folgte die offizielle Gründung der avorne GmbH, im April erhielt das Start-up eine Förderung der L-Bank.

Die Teilnahme an der Markterkundungsreise nach Tokio, organisiert von Baden-Württemberg International (BW_i) und gefördert durch Start-up BW, brachte avorne in direkten Austausch mit zentralen wirtschaftlichen Akteuren. Neben Unternehmensbesuchen und Networking-Terminen erhielten die teilnehmenden Start-ups während einer wirtschaftlich ausgerichteten City Tour Einblicke in Infrastruktur, Marktmechanismen und Geschäftskultur Japans. Höhepunkt der Reise war der gemeinsame Auftritt auf der internationalen SusHi Tech Messe im Tokyo Big Sight, einem der größten Innovations-Events Asiens.

Markterkundung als Beschleuniger

„Die Reise hat unser Unternehmen um Faktor fünf oder zehn vorangebracht“, sagt Christoph Nguyen. Julian Wright ergänzt: „Baden-Württemberg International hat uns eine Plattform ermöglicht, die wir in dieser frühen Phase so nicht gehabt hätten. Dadurch konnten wir unsere Lösung erstmals auf einem internationalen Messestand präsentieren.“

Durch die prominente Platzierung des Messestands sowie eine Pitch-Session auf der Bühne knüpfte das Start-up Kontakte zu globalen Technologiekonzernen wie Google und Honda sowie zu internationalen Investorinnen und Investoren. Viele Gespräche führten zu einer zentralen Erkenntnis: Während avorne zunächst davon ausging, dass japanische Unternehmen primär an einer Skalierung im eigenen Markt interessiert seien, zeigte sich vor Ort ein anderes Bild. Für mehrere potenzielle Partner war entscheidend, wie sie sich mithilfe von avorne auf dem europäischen Markt positionieren können.

Damit eröffnete sich für avorne ein neues Geschäftsmodell: Die Lösung ermöglicht es japanischen Technologieunternehmen, effizient in Europa Fuß zu fassen. „Mit unserer Plattform öffnen wir internationalen Unternehmen gezielt den europäischen Markt. Das ist für uns ein enormer strategischer Mehrwert“, so Nguyen.

Ein Blick über den Tellerrand

Für das Gründerteam war die Reise eine einmalige Gelegenheit, den Blick über das heimische Ökosystem hinaus zu erweitern. Sie markierte den Beginn einer deutlich ambitionierteren Internationalisierungsstrategie. Die Impulse aus Tokio wirken bis heute nach: Neben Japan rücken nun weitere internationale Hotspots wie Dubai, das Silicon Valley und Singapur in den Fokus.

Die Teilnahme an der Markterkundungsreise stellt für avorne einen der wichtigsten Meilensteine in der bisherigen Entwicklung des Unternehmens dar. Neben wertvollen internationalen Kontakten konnte das Start-up ein neues Geschäftsmodell etablieren, erste Kundschaft in Japan gewinnen und seine globale Positionierung nachhaltig schärfen.

Steffen Pallua

Leiter des Bereichs Cluster & Start-ups

Sylwia Wasz

Cluster & Start-ups

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